speziell konzipiert für die physiologischen Anforderungen neurodivergenter Profile (wie ADHS und Autismus) sowie für Personen mit chronischer autonomer Dysregulation.
Kein starrer Standardprozess, sondern ein individuell adaptiertes Training. Anstatt Symptome lediglich kurzfristig zu dämpfen, werden die biochemischen und neurobiologischen Toleranzgrenzen gezielt erweitert, um Schritt für Schritt eine nachhaltige autonome Selbstregulation aufzubauen.
DAS ZUSAMMENSPIEL: BOTTOM-UP & TOP-DOWN
Klinisch-psychologische Ansätze arbeiten hocheffizient über die kognitive und emotionale Ebene (Top-Down). Die Praxis zeigt jedoch, dass ein chronisch überlastetes oder neurodivergentes Nervensystem biologisch oft im Alarmmodus feststeckt; dies erschwert die Verarbeitung kognitiver Prozesse.
Genau hier setzt die Kooperation von AMARU und Franziska Höltl, MSc (Klinische Psychologin, Klinische Neuropsychologie) an: Die kognitive Expertise der klinischen Psychologie wird nahtlos mit gezielter, körperzentrierter Arbeit verbunden.
Ein kontrollierter physischer Atemreiz, primär durch stufenweise adaptiertes Atemanhalten, wird genutzt, um die biochemischen und neurobiologischen Toleranzgrenzen direkt an der Basis zu erweitern. Diese Form der Reizsetzung dient als feindosierter Impuls zur Regulation des autonomen Nervensystems. (Bei komplexen Erschöpfungssyndromen wie ME/CFS oder akuter autonomer Instabilität wird dieser Reiz bewusst ausgespart, bis eine stabile metabolische Grundkapazität erarbeitet wurde.).
Im Mittelpunkt steht das Festigen autonomer Stabilität unter kontrollierter Reizexposition. Erst diese neurobiologische Basis ermöglicht es, dass psychologische Strategien und körperliche Reaktionsmuster nachhaltig ineinandergreifen.
NEURODIVERGENZ & ATEMPHYSIOLOGIE
Die neurobiologische Forschung zeigt eine häufige Überschneidung zwischen neurodivergenten Profilen und chronischen Dysregulationen der Atemmechanik. Durch dauerhafte Reizüberflutung im Alltag wird die Atmung unbewusst beschleunigt, flach oder – besonders bei hoher Konzentration – unwillkürlich angehalten (Screen Apnea).
Diese physiologischen Verschiebungen signalisieren dem System permanente Gefahr, was sensorische Überlastungen sowie Angst- und Panikzustände im Alltag verstärken kann. Durch die Wiederherstellung der funktionellen Atemmechanik und spezifische, feindosierte Reize lernt das System biochemisch und neurobiologisch, seine Reizschwelle gezielt zu erweitern, anstatt unbewusst in den inneren Alarmmodus zu verfallen.
DER ABLAUF
Jeder Trainingsprozess richtet sich nach den individuellen Kapazitäten und orientiert sich strikt an den aktuellen Ressourcen sowie der metabolischen Ausgangslage des jeweiligen Nervensystems.
Nach einer fundierten Bestandsaufnahme wird die Intervention stufenweise aufgebaut – von der Wiederherstellung der funktionellen Atemmechanik bis hin zur feindosierten Reizsetzung im autonomen Nervensystem.
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Ermittlung des Status quo der individuellen Atemmechanik, der biochemischen Toleranzgrenzen und alltäglicher Atemmuster.
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Erstellung spezifischer, feindosierter Impulse, die präzise auf die aktuellen Kapazitäten abgestimmt sind und sich ohne Überforderung in den Alltag integrieren lassen.
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Die Einheiten finden in den reizarmen Räumlichkeiten von ‘Praxis Kompass’ statt.
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Erstgespräch 80,-
Einzelsitzung 80,-
WISSENSCHAFT & EVIDENZ
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Die Amygdala als biochemischer CO₂-Sensor für autonome Alarmnetzwerke
In diesen Schlüsselstudien wurde nachgewiesen, dass steigende CO₂-Werte im Blut direkte chemosensorische Signale in der Amygdala auslösen. Dieser physiologische Impuls aktiviert unmittelbar autonome Angst- und Schutzschaltkreise unabhängig von kognitiven Prozessen. Eine Erhöhung der biochemischen Toleranzgrenze verschiebt somit direkt die neurobiologische Reizschwelle des Systems.
Ziemann et al. (2009), Cell / Feinstein et al. (2013), Nature Neuroscience -
Taktung zentralnervöser Netzwerke durch gezielte Nasenatmung
Diese neurowissenschaftliche Untersuchung belegt, dass der mechanische Reiz der nasalen Luftströmung neuronale Oszillationen im Gehirn, insbesondere in der Amygdala und im Hippocampus, direkt taktet. Dieser Effekt tritt ausschließlich bei der Nasenatmung auf und zeigt, dass die nasale Atemmechanik eine biologische Voraussetzung für die emotionale Regulation und kognitive Informationsverarbeitung darstellt.
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Modulation der Atemchemie zur Reduktion autonomer Übererregung
In klinischen Interventionen zeigt sich, dass die gezielte Stabilisierung des endexspiratorischen CO₂-Gehalts durch kapnometriegestütztes Atemfeedback Angst- und Panikzustände nachhaltig reduziert. Die funktionelle Korrektur von chronischer Hyperventilation und Atemunregelmäßigkeiten führt zu einer direkten Entlastung des autonomen Nervensystems und stellt die physiologische CO₂-Toleranz wieder her.